Wildfleisch vom Erzeuger im Vergleich zu Billigfleisch angeblich von Wildtieren vom Discounter

Nicht nur im Herbst und Winter ist Zeit um Wildspezialitäten zu genießen. Aber um diese Zeit gibt es das größte Angebot. Sogar beim Discounter gibt es nun Wild zu kaufen.  Die Verbrauchersendung “Markt” hat die Angebote vom Discounter unter die Lupe genommen und von Fachleuten bewerten lassen. Festgestellt wurde, dass die Hirschsteaks aus dem 18000 km entfernten Neuseeland aus einer Gatterhaltung stammten. Andere Angebote waren schon 1,5 Jahre eingefroren, oder stammten von verwilderten Haustieren. Von Ausnahmen abgesehen, wurden die Qualität und das Preis-Leistungsverhältnis stark bemängelt

Wie sieht es beim örtlichen Jäger aus? Nicht immer geht er zu Fuß auf die Pirsch oder mit E-Antrieb und Energie aus der heimischen Photovoltaikanlage. Trotzdem werden nur wenige Kilometer Fahrt die Regel sein. Dort wird das Stück tierschutzgerecht und mit bleifreier Munition erlegt. Bei fachgerechter Ausübung verendet das Wildtier innerhalb von Sekunden und hat im optimalen Fall den Schuss, am Ende eines glücklichen Lebens in Wald und Flur, nicht mehr vernommen. Unverzüglich werden die Innereien entnommem, auf bedenkliche Merkmale begutachtet und das Tier in die Kühlung verbracht. Eine Zerlegung/Ausbeinen stellt ein Metzger sicher.

Wie bei Schlachttieren haben die einzelnen Partien von Wild ihre Vorzüge. Bei Rehwild eignet sich das Schulter”-Blatt” für Gulasch, das durch Schmoren herrlich zart wird. Der Rücken eignet sich hervorragend zum Kurzbraten, insbesondere wenn er innen noch rosa ist, sonst kann er trocken werden. Die Keule eignet sich klassisch für einen Braten, kann aber auch gesmoked werden.  

Insgesamt ähnelt die Zubereitung von Rehwild dem von Rind. Es ist sehr fettarm und eignet sich somit ideal für kalorienarme Gerichte.

Rehwild kommt in Deutschland flächenddeckend vor. Dennoch ist es unmittelbar vor Weihnachten quasi ausverkauft, jedoch mit Vorbestellung gut zu bekommen.
Wenn sie sich für Reh- oder Schwarzwild(Wildschwein) interessieren, müssen sie mit folgenden Preisen rechnen:
Rehwild(10-20 kg) ca. 7,– Euro/kg in der Decke(Fell). Für Schwarzwild(20-100 kg) ca. 5,– Euro/kg in der Schwarte(Fell), stärke(schwerere) Stücke auch günstiger.

Nach dem Zerwirken, das Zerlegen durch den Metzger, bleibt nur ca. die Hälfte der Gewichts als schieres Fleisch übrig. Somit verdoppelt sich der ursprüngliche Preis nahezu. Hinzu kommen noch die Kosten für das Zerlegen durch den Metzger. Dies kostet ungefähr 35-50 Euro beim Rehwild. Einzelne Teile, wie z.B. eine Rehkeule gibt der örtliche Jäger nur ungern ab. Wenn ihnen ein ganzes Reh zu viel ist, tut sich mit einem Bekannten zusammen.

Beispielrechnung: Mittelschweres, ausgenommenes Reh(15 kg). Der Käufer zahlt an den Jäger 105,– Euro. Der Metzger zerlegt das Reh. Es bleiben 7,5 kg schieres Fleisch übrig. Der Metzger verlangt für seine Dienstleistung z.B. 40,– Euro. Das Reh kostet somit 145,– Euro für 7,5 kg. Das ergibt einen Kilopreis von ca. 19,– Euro. Wenn sie sich mit einer weiteren Person zusammentun, erhält jede Partei ein “halbes Reh”, mit einem Gewicht von 3,75 kg schierem Fleisch für weniger als 73,– Euro. Im Einzelhandel kostet 1 kg aus der Keule schon mal 45,– Euro. Rücken ist noch deutlich teuerer.

Wenn sie Interesse an Wildfleisch haben, stelle ich gerne einen Kontakt zu einem örtlichen Jäger her, der sie entsprechend beliefern kann.