Ich habe doch gar keinen Jagdhund...


„personal trainer to go“

Wir trainieren hier vor Ort im Rahmen eines Einzeltrainings oder in einer Kleingruppe, z.B. Mittwochs um 10 Uhr. Die Preise beziehen sich auf eine Trainingseinheit von 30 Minuten.
Dieses Training eignet sich in erster Linie zum Erlernen, Festigen und Verbessern von Grundfertigkeit und Alltagsverhalten. Darüber hinaus kann es z.B. um Apportieren und Fährtenarbeit ergänzt werden. Es ist vom Welpen bis zum Hundesenior geeignet. Die Trainingsinhalte orientieren sich am Ausbildungsstand von Hund und Besitzer.

Kennenlernangebot

Sie kommen mit ihrem Hund zu einem ersten Kennenlernen. Es erfolgt ein Einführungsgespräch und erste Übungen.
15,00 Euro

Folgetraining 

25,00 Euro

5er-Karte

90,00 Euro
Sie entscheiden sich spätestens zu Beginn des 2. Trainings für eine 5er-Karte.

10er-Karte

170,– Euro
Eine vorher gelöste 5er-Karte kann aufgestockt werden. Auf Wunsch erhalten sie 2 dieser Einheiten bei Ihnen vor Ort. Pro gefahrenem Kilometer kommen 50 Cent hinzu.

Gesondertes Einzeltraining bei Ihnen vor Ort

25,– Euro pro Einheit. Mindestens jedoch 42,– Euro. Zuzüglich Anfahrt(50 Cent pro gefahrenem Kilometer).

Sonstiges

Die Abrechnung erfolgt pro angefangene 15 Min. einschließlich aller mündlichen Erörterungen zum Training.

Anti-Jagdtraining

Die von mir geführten Bracken gehören zur FCI-Gruppe 6. Innerhalb dieser Gruppe zu den Laufhunden. Das züchterische Ziel ist hier unter anderem, dass sich der Hund ausreichend vom Hundeführer entfernt und Wild sucht. Mit dieser “Software” ist er quasi von Geburt an ausgestattet.

Der Hund befindet sich ständig in einem Interessenflikt der da lautet: “Geh ich Jagen, was für mich die höchste Erfüllung bedeutet, oder folge ich jetzt weiter meinem Hundebesitzer auf unserer (langweiligen) Gassirunde?”

Man muss innerhalb der Jagdhunderassen unterscheiden. Während ein Retriever/Apportierhund etwas auf kürzere Distanz suchen und zum Hundeführer bringen soll, ist das bei der Bracke so nicht der Fall. Das Anti-Jagdtraining bei den Bracken ist anspruchsvoll. Es kann bei allen jagenden Hunden angewandt werden.  

Für mich als Hundebesitzer ist es nur ein entspannter Spaziergang, wenn ich nicht ständig aufpassen muss, dass der Hund nicht flitzen geht, auch wenn er nicht an der Leine ist.

Das ist dem Hund nur möglich, wenn zuvor folgende Punkte umgesetzt wurden:

Das unerwünschte Jagdverhalten muss durch Managementmaßnahmen beim Spaziergang ab sofort unterbunden werden. Das wird in der Regel konsequentes Anleinen, oder die Schleppleine sein, bis erste Lernerfolge erzielt werden. Jagdverhalten ist selbstbelohnend, deshalb wird es der Hund immer wiederholen wollen.

Die Grundgehorsamsübungen müssen beherrscht werden. Insbesondere das Verhalten an der Flexileine zeigt uns, ob sich der Hund an uns orientiert, oder er selbst die Richtung vorgibt und uns weiterzerrt.

Der vielbeschworene Rückruf muss beherrscht werden. Das wird mit vielen Hunden exzessiv trainiert, in der Hoffnung den Hund z.b. am flüchtenden Hasen abrufen zu können. Tatsächlich ist es nur ein Baustein von vielen und wird allein nicht den Ausschlag bringen. Es muss viel früher angesetzt werden, damit der Hund dem Drang zur Jagd widerstehen kann, wenn es nicht erwünscht ist.   

Übungen zur Impulskontrolle können im täglichen Umgang mit dem Hund z.B. beim Füttern hervorragend eingebaut werden, kosten uns nahezu keinen Aufwand und können später nach draußen übernommen werden. Aber, die Art der Übung ist entscheident. Bloßes sitzen lassen vor dem Napf erfüllt diese Bedingung nicht.

Während des Spaziergangs muss ich für den Hund interessant sein. Ich muss Übungen einbauen, die der Hund gerne ausführt. Das dürfen auch solche sein, die beim Hund noch verfeinert werden müssen, z.B. das schnelle Herankommen.

Der Hundeführer muss auf dem Spaziergang vorausschauend unterwegs sein. Bei extremen Reizen, die der Hund noch nicht aushalten kann, muss der Hund im Zweifel an die Leine, oder die Schleppleine. Andere Reize mildere ich ab, indem ich z.B. die Entfernung vergrößere, so dass der Hund seinem Trieb standhalten kann, oder wähle ein gut konditioniertes Alternativverhalten, das mit dem Jagdverhalten nicht vereinbar ist.

Training für Jagd- und Familienhunde

Jagdhunde sind, von Ausnahmen abgesehen, zu 95% nicht auf der Jagd. D.h. diese müssen genauso wie ein Familienhund in der Umwelt, wie zum Beispiel der Familie, oder im Umgang mit fremden Hunden und Personen agieren und auch funktionieren, damit niemand belästigt oder geschädigt wird. Darüber hinaus unterliegen Jagdhunde denselben Einflüssen und Bedürfnissen wie andere Hunde auch. Z.B. können sie ebenfalls an Trennungs- und anderen Ängsten leiden, die es abzubauen gilt. Ein Spaziergang und andere Interaktion soll für jeglichen Hundehalter, die Mitmenschen und natürlich den Hund entspannend sein, sonst läuft etwas falsch.

Wie wir alle wissen, gehen alle unsere Hunde auf den Wolf zurück. Daraus entwickelten sich dann zunächst die Jagd- und Gebrauchshunderassen. Familienhunde wie wir sie heute kennen, kamen im Bürgertum erst im letzten Jahrhundert auf. Zuvor konnte man sich so einen Luxus gar nicht leisten. Auch wenn sich unsere Hunde heute optisch teils erheblich vom Wolf oder den Jagd-, bzw. Gebrauchshunderassen unterscheiden, so sind sie aus genetischer Sicht immer noch nahezu identisch. Da ist es nicht verwunderlich, dass dieses Jagdhundeerbe häufig zu Tage tritt und sich auch Familienhunde, gerade auch Mischlinge, teilweise wie die Vorfahren verhalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Die Lernmethoden und biologischen Lernmechanismen unterscheiden sich nicht zwischen Jagdhunden und anderen Hunderassen.

Jagdhunde sind in der Regel jagdlich stark motiviert. Das macht die Ausbildung hinsichtlich Grundgehorsam (Sitz, Platz, Fuß, Leinenführigkeit, …) aufwendiger. Auch Familienhunde können jagdlich hoch motiviert sein.

Alle Hunde muss man auslasten, damit sie körperlich und psychisch gesund bleiben. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie sich selbst eine für den Menschen unbeliebte Beschäftigung suchen oder erkranken. Bloße körperliche Auslastung, wie zum Beispiel das Laufen am Fahrrad, erfüllt dieses Bedürfnis nicht.

Eine jagdnahe Beschäftigung ist die natürlichste Form der Beschäftigung für einen Hund. Besonders geeignet ist Nasenarbeit auch in Verbindung mit Apportierübungen. Dies gilt für Jagd- und nicht jagdlich geführte Hunde in gleichem Maße. Auch alle sogenannten Hundesportarten gehen auf der Motivationsebene auf die natürlichen Jagdtriebe zurück, die der Hund durch die jeweilige Beschäftigung befriedigt. Sie sind jedoch teilweise nicht mehr in der genetischen Reinform wie beim Wolf vorhanden, da gezielt von Menschenhand beeinflußt.

Menü schließen